Datenrettung mit Freeware

Für viele alltägliche Fälle von Datenverlust brauchen Sie kein teures Programm. Wenn Sie versehentlich Dateien gelöscht oder eine Speicherkarte formatiert haben, reicht oft ein kostenloses Werkzeug. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen Programme vor, die dauerhaft kostenlos sind, sowie die kostenlosen Versionen bekannter Kaufprogramme mit ihren Einschränkungen. Allgemeine Tipps zur Auswahl finden Sie auf unserer Übersichtsseite Datenrettungsprogramme.

Bevor Sie anfangen

  • Installieren Sie das Programm nicht auf dem betroffenen Laufwerk und speichern Sie gerettete Dateien immer auf einem anderen Datenträger. Sonst überschreiben Sie womöglich genau die Daten, die Sie retten wollen.
  • SSD: Wurden Dateien auf einer internen SSD gelöscht, hat die SSD die Speicherbereiche wegen der TRIM-Funktion meist schon geleert. Eine Rettung mit Software ist dann in den meisten Fällen aussichtslos – das gilt für Freeware ebenso wie für Kaufprogramme.
  • Klackert oder schleift die Festplatte, wird sie nicht erkannt oder ist sie heruntergefallen, liegt ein physischer Schaden vor. Schalten Sie das Gerät aus und wenden Sie sich an ein Datenrettungslabor. Kein Programm kann einen mechanischen Defekt beheben.

Kostenlose Datenrettungsprogramme

Recuva (Windows)

Recuva stammt vom Hersteller des bekannten Aufräumprogramms CCleaner und ist eines der einfachsten Programme für den Einstieg. Ein Assistent fragt ab, welche Dateitypen Sie suchen und wo sie gespeichert waren. Neben dem normalen Scan gibt es einen gründlicheren Tiefenscan. Die kostenlose Version stellt gelöschte Dateien von Festplatten, USB-Sticks und Speicherkarten ohne Mengenbegrenzung wieder her. Die kostenpflichtige Professional-Version ergänzt unter anderem die Unterstützung virtueller Festplatten.

Zur Herstellerseite wechseln

PhotoRec (Windows, macOS, Linux)

PhotoRec ist ein Open-Source-Programm, das gelöschte Dateien anhand ihrer typischen Dateistruktur wiederfindet. Es kommt deshalb auch dann noch zum Ziel, wenn das Dateisystem stark beschädigt oder der Datenträger formatiert wurde. Trotz des Namens rettet PhotoRec nicht nur Fotos: Laut Entwickler erkennt es über 480 Dateiendungen, darunter Office-Dokumente, PDFs, Videos und Archive. Ein Nachteil: Dateinamen und Ordnerstruktur gehen dabei verloren, Sie müssen die geretteten Dateien anschließend sortieren. PhotoRec läuft ohne Installation und wird zusammen mit TestDisk heruntergeladen.

TestDisk (Windows, macOS, Linux)

TestDisk stammt vom selben Entwickler wie PhotoRec, hat aber eine andere Aufgabe: Es stellt verlorene Partitionen wieder her und repariert Bootsektoren, damit ein Datenträger wieder lesbar oder startfähig wird. Das ist hilfreich, wenn ein ganzes Laufwerk plötzlich als „RAW“ oder „nicht formatiert“ angezeigt wird. TestDisk wird über eine textbasierte Oberfläche bedient. Auf der Website finden Sie eine ausführliche Anleitung. Da TestDisk Änderungen auf den Datenträger schreiben kann, sollten Sie bei wichtigen Daten vorher ein Image anlegen.

TestDisk & PhotoRec herunterladen

Windows File Recovery (Windows 10 und 11)

Microsoft bietet mit Windows File Recovery ein eigenes, kostenloses Werkzeug im Microsoft Store an. Es stellt gelöschte Dateien von internen Laufwerken, externen Festplatten und USB-Geräten wieder her. Das Programm hat keine grafische Oberfläche, sondern wird über die Eingabeaufforderung mit Befehlen gesteuert. Eine Anleitung mit Beispielen finden Sie im Microsoft-Support. Microsoft weist selbst darauf hin, dass gelöschte Bereiche auf SSDs bereits überschrieben sein können.

Zum Microsoft Store wechseln

Vorher sichern: kostenlose Image-Werkzeuge

Clonezilla und GNU ddrescue

Mit diesen Programmen retten Sie zwar keine einzelnen Dateien, Sie können aber eine 1:1-Kopie eines kompletten Datenträgers anfertigen. Mit dieser Kopie arbeiten Sie anschließend in Ruhe weiter, ohne den Originaldatenträger zu verändern. Clonezilla wird von einem USB-Stick gestartet und eignet sich für intakte Laufwerke. GNU ddrescue (Linux) ist auf Datenträger mit Lesefehlern ausgelegt: Es liest zuerst die gut lesbaren Bereiche und versucht problematische Stellen erst danach. Bei einer Festplatte, die bereits klackert oder nicht mehr erkannt wird, sollten Sie aber auch kein Image mehr versuchen, sondern das Gerät ins Labor geben.

Clonezilla herunterladen

GNU ddrescue

Kostenlose Versionen von Kaufprogrammen

Viele Hersteller kommerzieller Datenrettungssoftware bieten eine kostenlose Version an. Sie können damit scannen und sich die gefundenen Dateien ansehen, die Wiederherstellung ist aber auf eine bestimmte Datenmenge begrenzt. Für ein paar wichtige Dokumente oder Fotos reicht das oft, für eine ganze Festplatte nicht. Die Angaben stammen von den Herstellerseiten (Stand: Oktober 2026) und können sich ändern.

EaseUS Data Recovery Wizard Free (Windows und macOS)

Die kostenlose Version stellt laut Hersteller bis zu 2 GB Daten wieder her. Sie läuft unter Windows 7 bis 11, für den Mac gibt es eine eigene Version. Die Bedienung ist einfach, die gefundenen Dateien lassen sich vor der Wiederherstellung in einer Vorschau prüfen. Wer mehr Daten retten muss, kann auf die kostenpflichtige Pro-Version wechseln.

Zur Herstellerseite wechseln

Stellar Data Recovery Free (Windows und macOS)

Mit der kostenlosen Version von Stellar können Sie laut Hersteller 1 GB Daten wiederherstellen. Wenn Sie das Programm in sozialen Medien teilen, kommt ein weiteres GB hinzu. Einzelne Dateien dürfen höchstens 100 MB groß sein, größere Videos fallen also heraus. Die Windows-Version läuft unter Windows 8 bis 11.

Zur Herstellerseite wechseln

Ontrack EasyRecovery Free (Windows und macOS)

Auch der Datenretter Ontrack bietet seine Software EasyRecovery in einer kostenlosen Version an. Damit lassen sich bis zu 1 GB Daten wiederherstellen, allerdings nur Dateien bis 25 MB Größe.

Zur Herstellerseite wechseln

Für die Zeit danach: kostenloses Backup

Paragon Backup & Recovery Community Edition

Die Community Edition von Paragon ist kein Programm zum Wiederherstellen gelöschter Dateien, sondern eine kostenlose Datensicherung. Wer gerade erlebt hat, wie ärgerlich verlorene Daten sind, kann damit regelmäßige, automatische Backups von Dateien, Ordnern, Laufwerken oder dem ganzen System einrichten und im Notfall über einen startfähigen USB-Stick wiederherstellen. Die Community Edition ist laut Hersteller für den privaten Gebrauch kostenlos und läuft unter 64-Bit-Versionen von Windows 10 und 11. Die kostenpflichtige Version (Festplatten Manager Advanced) kann zusätzlich unter anderem Festplatten klonen und partitionieren.

Zur Herstellerseite wechseln

Vollversion (Festplatten Manager) bei Amazon ansehen*

Wann Freeware nicht mehr reicht

Findet ein kostenloses Programm Ihre Dateien nicht, können Sie es mit einem zweiten Programm versuchen, das anders sucht – zum Beispiel PhotoRec nach einem erfolglosen Versuch mit Recuva. Bieten die kostenlosen Versionen der Kaufprogramme zwar eine Vorschau, aber zu wenig Datenvolumen, lohnt ein Blick auf unsere Übersicht der kostenpflichtigen Datenrettungssoftware. Bei physischen Schäden oder sehr wichtigen Daten ist ein Labor die sicherere Wahl. Was das kostet, erfahren Sie auf unserer Seite zu den Kosten der Datenrettung.